Planet Wild Mission 42: Ein Jaguar fliegt quer durch Argentinien

Planet Wild Mission 42: Ein Jaguar fliegt quer durch Argentinien
Nur noch 200 bis 250 Jaguare leben in Argentinien. Sie existieren in kleinen, isolierten Gruppen, die einander nicht erreichen können. Diese Isolation lässt den genetischen Pool schrumpfen, über Generationen steigt das Risiko für Krankheiten, und ganze Populationen können daran zugrunde gehen.
Mimbi könnte das ändern. Die 20 Monate alte Jaguar-Katze wurde wild in den Feuchtgebieten des Iberá-Nationalparks geboren. Um die genetische Vielfalt der Art zu stärken, unterstützte die Planet-Wild-Community ihre Umsiedlung per Flugzeug nach El Impenetrable, eine Region, in der frisches Erbgut entscheidend ist, um die dortige Jaguar-Population vor Inzucht und Aussterben zu bewahren.
Ein Wildtier quer durch ein Land zu transportieren, mag extrem klingen, doch solche Translokationen sind im Naturschutz unverzichtbar. Jedes Jahr werden weltweit Zehntausende Tiere gezielt umgesiedelt, damit sie an neuen Orten bessere Chancen haben, zu überleben, sich fortzupflanzen und isolierte Populationen zu stärken. Genau das war das Ziel von Mimbis Reise.
Für diese Operation arbeitete Planet Wild mit Rewilding Argentina zusammen, der Organisation, die den Jaguarschutz in der Region leitet. Ihre bisherige Arbeit hat bereits Bemerkenswertes erreicht: In Iberá waren Jaguare lokal ausgestorben, bis Rewilding Argentina 2021 das erste weibliche Tier freiließ, das sich seit über 70 Jahren wieder frei durch das Gebiet bewegte. Seit dieser ersten Freilassung wurden dort mehr als 50 wilde Jaguare registriert.
Eine große Herausforderung blieb: keine Sedierung. Anästhesie ist bei einem Tier dieser Größe gefährlich und unberechenbar. Um den Stress für Mimbi so gering wie möglich zu halten, hatte das Team weniger als 15 Stunden Zeit, sie quer durchs Land in ihr neues Zuhause zu bringen.
Mimbis Umsiedlung ist Teil eines größeren Plans: Entlang der Wasserwege Südamerikas soll ein sicherer, durchgehender Korridor entstehen, der die isolierten Jaguar-Populationen verbindet, damit sich die Tiere künftig selbstständig bewegen und vermischen können.
Ermöglicht durch unsere Partnerschaft mit Planet Wild und durch euch.
Die Planet-Wild-Community hat Mimbis Umsiedlung finanziert, ebenso die Gehälter des Teams in Iberá und El Impenetrable, GPS-Halsbänder zur Überwachung freigelassener Jaguare sowie die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften, um Nutztiere zu schützen und Akzeptanz für die wachsende Jaguar-Population zu schaffen. Insgesamt wurden 120.000 € investiert, mit konkretem Ergebnis:
- 🐆 Mimbi sicher nach El Impenetrable umgesiedelt
- 🛰️ Verbessertes Monitoring und Koexistenz-Maßnahmen vor Ort
- 🤝 Lokale Gemeinschaften aktiv in den Schutz und die Koexistenz mit Jaguaren eingebunden
Langfristig soll die Mission zu größerer genetischer Vielfalt und einer wachsenden Jaguar-Population führen, zu verbundenen Jaguar-Populationen über ganz Südamerika hinweg und zu Gemeinschaften, die sicher an der Seite von Jaguaren leben.
Das war Mission 42. Es wird nicht die letzte sein.
Hier findet ihr die ganze Mission, dokumentiert auf YouTube.